MÜNSTER. Stillstand ist gleich Rückschritt, und das kommt für die Volleyballer des TSC Münster-Gievenbeck derzeit überhaupt nicht infrage. Im Verein aus Münsters Westen wird heftig an der Regionalliga-Mannschaft für die kommende Saison gebastelt, und die soll noch stärker werden als die, die im vergangenen Jahr nach dem Aufstieg prompt Platz fünf erreichte. Von Lars Johann-Krone
Und wenn man auf die Neuzugänge schaut, dann gerät der Abgang von Haupt-Angreifer Raphael Möllers, der zu Bundesligist Wuppertal Titans wechselte, schon fast in Vergessenheit. Vergangene Woche schloss sich der ersten Herren-Mannschaft mit Alexej Peters ein Angreifer mit Zweitligaformat an, gestern gab der Verein den Wechsel von Malte Holschen bekannt. Und der spielte zuletzt sogar noch eine Liga höher als Peters. Holschen kommt direkt aus dem Mittelblock des Bundesliga-Vierten SCC Berlin nach Gievenbeck.
Im Internet gestöbert
Beim Stöbern im Internet wurde Gievenbecks Sportlicher Leiter Jos Daniels darauf aufmerksam, dass es den gebürtigen Bremer aus persönlichen und beruflichen Gründen nach Münster zieht. Seine Freundin ist hier berufstätig, und Holschen möchte in Münster seine Facharzt-Ausbildung beenden. Über Umwege stellte Daniels Kontakt her und konfrontierte Holschen, der zu dieser Zeit in Afrika weilte, mit dem Thema TSC. Nach einem Treffen mit den Vereinsverantwortlichen vor einer Woche stand die Entscheidung fest. „Ich hatte meine Profi-Karriere zwar beendet, werde mich jetzt aber beim TSC noch mal reinhängen, soweit es meine Zeit neben dem Job zulässt“, so Holschen.
In Zukunft wird der 28-Jährige also nicht mehr vor tausenden Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle spielen, sondern vor deutlich weniger in der Gievenbecker Sporthalle der Mosaikschule. „Malte war aber von unserem Konzept, mit dem wir hier etwas aufbauen möchten, überzeugt“, freut sich TSC-Trainer Peter Janotta sehr über den 2,01 Meter-Athleten in seinem Team.
Erfahrener Nationalspieler
„Malte unterstützt uns neben seiner Ausbildung soweit es geht. Ich denke aber, dass uns so ein Spieler auch weiterbringt, wenn er nur zweimal in der Woche trainiert“, so Janotta. Ob Holschen wie zuletzt in Berlin dann in der Mitte spielt oder doch eher außen, wird in der Saisonvorbereitung entschieden.
Erfahrung bringt Holschen allemal mit. Vor seinem Jahr in Berlin spielte er acht Jahre in Düren, zog mit dem Klub in die Champions League ein und bringt es sogar auf immerhin fünf Einsätze in der Deutschen Nationalmannschaft. Das Ziel, irgendwann in die Zweite Liga aufzusteigen, wird für den TSC also immer realer. „Wenn man die Namen hört, könnte irgendwann schon bald sein. Aber planen kann man so etwas nicht“, so Janotta, der hofft, bald einen weiteren Erstliga-Spieler präsentieren zu können.
Münstersche Zeitung vom 07.07.2010